Kastration verwilderter Hauskatzen 

 

Das Kastrieren verwilderter Hauskatzen ist, wie auch für zahme Hauskatzen, ein routinemäßiger Eingriff, der für die Tiere keine Nachteile hat. Doch die Vorteile liegen auf der Hand:

  • es wird neues Tierleid vermieden
  • für die Tiere entfällt der ständige Stress, sich fortpflanzen zu müssen
  • Krankheitsübertragungen und Verletzungen durch Revierkämpfe bzw. durch den Fortpflanzungsakt können veringert bzw. ganz vermieden werden

 

Unterschied Kastration / Sterilisation:

 

Kastration: Entfernung der Geschlechtsorgane bei beiden Geschlechtern = Ende von Fortpflanzungstrieb und  -fähigkeit.

 

Sterilisation: Samen- bzw. Eileiter werden durchtrennt, die Fortpflanzungsfähigkeit ist beendet, der Fortpflanzungstrieb/-stress bleibt aber erhalten, die Sterilisation wird daher bei Haustieren praktisch nicht angewendet!

Das Elend der verwilderten Hauskatzen

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

Das Problem der umherstreunenden halbwilden Katzen, die man gemeinhin nur aus den südlichen Ländern kennt, hat längst auch bei uns Einzug gehalten.
In den Jahrhunderten, in denen die Katze in menschlicher Obhut war, ist die Katze zum Haustier geworden. Ihr Jagdtrieb ist zwar noch vorhanden, doch die Empfindlichkeit der Sinnesorgane und die Geschicklichkeit, die für die erfolgreiche Jagd notwendig sind, haben sich im Laufe der Zeit zurückgebildet. Die Tiere sind somit auf die Pflege und Ernährung durch den Menschen angewiesen. Eine ausgesetzte Hauskatze, die alleine vom Mäusefang leben soll, kann sich nicht ausreichend ernähren – doch Nachwuchs stellt sich immer wieder ein. Kätzinnen werfen mehrfach im Jahr und bringen durchschnittlich vier bis sechs Junge zur Welt. Rein rechnerisch entstehen aus dem Nachwuchs eines einzigen Katzenpaares nach einem Zeitraum von nur 10 Jahren etwa 
240 Millionen Nachkommen. Die Folge sind halb verhungerte Katzen, geplagt von Katzenschnupfen, Leukose, Würmern und Flöhen, die in Siedlungsbereichen umherstreunen.

Ausweg

Die frei lebenden Tiere einzufangen und zur Weitervermittlung in Tierheimen aufzunehmen ist keine Hilfe. Katzen, die in Freiheit gelebt haben, lassen sich in der Regel nicht mehr an ein Leben in häuslicher Gemeinschaft gewöhnen. Nur sehr junge Katzen haben eine Chance in andere Hände vermittelt zu werden.
Fang- und Tötungsaktionen sind nicht nur grausam, sondern auch sinnlos, wie die untenstehende Grafik verdeutlicht.

Denn besiedelt eine Tierart ein bestimmtes Gebiet, stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Geburten- und Todesrate ein. Ihre Anzahl bleibt unverändert. Erhöht sich die Todesrate (z.B. durch menschliche Eingriffe) wird diese durch eine Erhöhung der Geburtenrate und die Einwanderung anderer Artgenossen wieder ausgeglichen.

Es gibt nur einen Weg, die Überpopulation von Hauskatzen einzudämmen: Diese liegt in der Verhinderung bei frei lebenden, aber auch im Haus gehaltener Katzen, sich weiterhin unkontrolliert zu vermehren. Die einzige Maßnahme, um eine nachhaltige und aus tierschützerischen Sicht unbedenkliche Reduzierung der Katzenpopulation zu erreichen, stellt die Kastration dar. Dabei werden verwilderte Hauskatzen, die nicht mehr an ein Leben unter Menschen gewöhnt werden können, kastriert und wieder an ihren gewohnten Lebensraum entlassen.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass die meisten Tierheime als „Notnagel“ genutzt werden, um den oft überraschenden Nachwuchs des geliebten Stubentigers loszuwerden. Häufig werden die Tiere auch einfach ausgesetzt und landen dann als Fundtier in Tierheim. Das Gerücht, eine Katze könnte erst dann kastriert werden, wenn sie einmal geworfen hat, hält sich leider hartnäckig. Außerdem werden die Tiere aufgrund der reichhaltigen Ernährung in den Haushalten immer früher geschlechtsreif. Zu den „Wurfzeiten“ im Frühjahr und im Herbst sind die Tierheime dann meist völlig überbelegt. In dieser Zeit ist es dann außerordentlich schwer, für alle Tiere ein neues Heim zu finden. Erstellt: M. Schmitz-Bongard Seite 1/1

 

 Quelle: Deutscher Tierschutzbund

 

 

 

Kastrationsaktion im Kreis Euskirchen

 

Seit den ersten Gründungstagen unseres Vereins, ist es uns ein Anliegen, das Elend der Straßenkatzen zu beenden. Unter unserem jetzigen Vorsitzenden Markus Schmitz-Bongard ist es uns gelungen, dieses Anliegen auch in die Politik zu tragen, mit dem Erfolg, dass es bereits seit April 2011 eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen in der Gemeinde Kall gibt. Später gelang es, auch den Kreis Euskirchen -Kastrations-und Kennzeichnungspflicht seit 01.02.2018 für Freigängerkatzen- für das Problem zu sensibilisieren, wodurch die kreisweite Kastrationsaktion ins Leben gerufen wurde. Im Rahmen der Kastrationsaktion können Mitbürger verwilderte Katzenpopulationen melden - an uns, einen der anderen teilnehmenden Tierschutzvereine oder an die entsprechenden Ordnungsämter.

 

Mit unserer Unterstützung werden die Tiere mittels Lebendfalle eingefangen, von unserer Tierärztin kastriert, gekennzeichnet, ggf. weiterbehandelt und nach einer Regenerationsphase wieder in ihren gewohnten Lebensraum entlassen. Die Kosten für die Kastrationen tragen zu je einem Drittel die entsprechende Kommune, der Kreis Euskirchen und der Tierschutzverein. Alle zusätzlichen Behandlungen, wie z.B. Parasiten- oder Zahnbehandlungen müssen wir als Tierschutzverein komplett selber tragen. Die Kosten hierfür sind enorm, da nahezu jedes gefangene Tier mit Würmern, Flöhen, Ohrmilben, alten Verletzungen und in Mitleidenschaft gezogenen Zähnen belastet ist.

Hier sind wir für jede Spende dankbar, sei sie auch noch so klein!

 

Mit viel Erfahrung und rein ehrenamtlich unterstützen wir hilfesuchende Mitbürger beim Fangen der verwilderten Katzenpopulationen, die nicht selten aus bis zu zwanzig Tieren bestehen. Während die eigentliche Kastration einen vergleichsweise kleinen und routinemäßigen Eingriff darstellt, liegt die Hauptarbeit im Vor- und Nachbereiten der Kastration: Fangen, Aufenthaltsplätze der Tiere reinigen und desinfizieren, evtl. notwendige Weiterbehandlungen, Hin- und Zurückfahren der Tiere etc..

 

Im Rahmen der Kastrationsaktion konnten im Jahr 2018  im Kreis Euskirchen 258 Katzen kastriert werden, wovon alleine unser Verein ca.110 verwilderte Hauskatzen eingefangen, kastriert und nach Bedarf weiterbehandelt hat.

 

 

Hier geben wir einen kleinen, fotografisch festgehaltenen Eindruck unserer Arbeit mit den verwilderten Hauskatzen:

Lebendfallen mit eingefangenen Tieren
Bandwurm einer verwilderten Hauskatze
Katzenohr mit Ohrmilbenbefall
erbrochene Fadenwürmer
Entfernter Ohrmilbenbelag eines einzigen Ohres
Verwildert lebende Katze mit riesigem Kiefertumor von einer privat betreuten Futterstelle in Schleiden-Schöneseiffen. Die Katze hat verzweifelt versucht, durch einen Spalt im Mund noch zu fressen bzw. Wasser zu schlürfen und war dabei zu verhungern.
verwilderte Hauskatze mit tumorösem Auge
entferntes tumoröses Katzenauge
Zähne, die bei einer einzigen Katze entfernt werden mussten
Zahnsteinbelag und Zahnverlust
extremer Zahnsteinbelag

 

 

Ausschlafen nach der OP

Hier finden Sie uns

Tierheim Kall

Heinkelstr. 8

53925 Kall

 

Tierschutzverein Kall und Umgebung e.V.

Keldenicher Str. 30

53925 Kall

 

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

02441-778664
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